Heute geht mit dem seit langem erwarteten Wechsel an der Regierungsspitze die zehnjährige Amtszeit von Tony Blair zu Ende.

Und wahrscheinlich wird Blair heute noch zum Sondergesandten des so genannten Nahost-Quartetts ernannt werden, dem die USA, Russland, die EU und die UN angehören.

Vom Kriegsbefürworter zur Friedenstaube ?

Fast könnte man meinen dies ist ein schlechter Scherz, aber dem ist es leider nicht so. Tony Blair den einigen als „Bushs Pudel“ bezeichneten, hat seinen neuen Posten auf Initiative der USA bekommen. Es zahlt sich aus ein Pudel zu sein. Seit der uneingeschränkten Unterstützung des Irak-Feldzug an der Seite der USA ist er bei vielen Menschen in der Region unbeliebt. Blair gilt zudem als Freund Israels und somit als Gegenspieler der arabischen und palästinensischen Interessen.

Wieder ein Alleingang der USA ?

Das einige Beteiligten vor vollendeten Tatsachen gestellt worden sind zeigt die Tatsache das Außenminister Frank-Walter Steinmeier derzeit Vertreter der EU-Ratspräsidentschaft ist, nicht über die sensiblen Verhandlungen informiert gewesen zu sein. Die Financial Times zitierte einen EU-Diplomaten in Brüssel, der das Vorhaben als „schlechten Witz“ bezeichnete. Auch Russland zögerte erst und erst ein Telefonat zwischen Blair und Putin soll den Weg zur Zustimmung geebnet haben.
Aus UN Sicht hätte Joschka Fischer den Job als Nahost-Sondergesandten bekommen sollen und so James Wolfensohn folgen sollen.

Sean McCormack, Sprecher des US-Außenministeriums hat bereits angekündigt, Blairs Mandat würde weit umfassender sein als die „sehr diskrete und begrenzte Amtsführung“ Wolfensohns, der zudem den Nachteil hatte, als Mann der UN zu gelten und nicht von den USA unterstützt zu werden.

Mehr zum Thema:
JPost: Four reasons why Blair is the perfect envoy
Time: Blair set to clinch job as world’s man in the Middle East
Haaretz: Quartet split over Blair appointment
SZ : „Blair hat ein Problem“

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