Die irakische Regierung hat die Türkei am Samstag beschuldigt, kurdische Dörfer im Nordirak bombardiert zu haben. Die türkische Armee hat zuvor den Kurden im Nordirak mit Konsequenzen gedroht, sollte in dem Gebiet stationierten türkischen Soldaten etwas zustoßen. Rund 200.000 Soldaten stehen seit Wochen im Grenzgebiet zum Irak für einen Einmarsch bereit.

Die türkische Regierung spricht von einer Sperrzone für Militärübungen. Die Truppen an der irakischen Grenze sollen dort Kämpfer der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) beobachten, die nach türkischen Angaben Stellung in den bergigen Grenzgebiet zur Türkei bezogen haben sollen.
Die PKK hat ihren im Februar 2000 angekündigten „Waffenstillstand“ 2003 wieder aufgehoben. Und es gibt zumindest Hinweise aus Geheimdienstkreisen, dass Syrien – das ja auch die Terrorgruppen Hamas und Hizbollah unterstützt – den kurdischen Terroristen ebenfalls wieder Geld und Waffen zufließen lässt.

Schon im lauf der Woche gab es einen Zwischenfall an einem Kontrollpunkt in der nordirakischen Stadt Suleimanijah. Am Freitag berichteten irakische Kurden den Beschuss von Grenzdörfern in den Provinzen Dahuk und Erbil durch die türkische Artillerie.

Eine Militärische Operation auf irakischem Staatsgebiet würde die Souveränität des Irak verletzten und wäre eindeutig völkerrechtswidrig.

Wie der NATO-Partner und (Regierungs)Schutzmacht die USA auf einen Einmarsch reagieren wird, ist nicht zu sagen.

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