Die 15 Marine-Soldaten und Seeleute waren am Freitag von iranischen Sicherheitskräften festgenommen worden. Nach Darstellung Londons befanden sie sich zu diesem Zeitpunkt fast 1,7 Seemeilen (3,15 Kilometer) außerhalb des iranischen Hoheitsgebiets. Die Festgenommenen gehören zur multinationalen Truppe im Irak und patrouillierten auf der Wasserstraße Schatt el Arab an der Grenze zwischen dem Iran und dem Irak.

London hatte gestern alle Beziehungen zu Teheran eingefroren.
Trotz eindringlicher Bitten und Forderungen Londons verweigern die iranischen Behörden britischen Diplomaten den Zugang zu den Gefangenen ?

Das iranische Staatsfernsehen zeigte am Mittwoch erstmals seit der Festnahme der 15 Briten Bilder von den Gefangenen, El Alam zeigte in Großaufnahme einen Brief, den die Marinesoldatin Faye Turney an ihre Familie geschrieben haben soll. Darin heißt es;

„Wir sind ganz offensichtlich in ihre Hoheitsgewässer eingedrungen“.

Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über die Behandlung der Kriegsgefangenen.

Kriegsgefangene sind unter allen Umständen menschlich zu behandeln (Artikel 13). Streng verboten sind insbesondere ihre Tötung, jede Gefährdung ihrer Gesundheit, Gewaltanwendung, Folter, Verstümmelung, medizinische Experimente, Bedrohung, Beleidigungen, Erniedrigungen und das öffentliche Zurschaustellen, ebenso Repressalien und Vergeltungsmaßnahmen. Das Leben, die körperliche Unversehrtheit und die Ehre von Kriegsgefangenen sind unter allen Umständen zu schützen (Artikel 14).

Vor 3 Jahren gab es einen ähnlichen Zwischenfall, damals verbrachten acht britische Soldaten drei Nächte in iranischer Gefangenschaft, bevor sie von einer iranischen Spezialeinheit wieder freigelassen wurden. Die iranischen Behörden warfen den Briten damals vor, in iranische Hoheitsgewässer vorgedrungen zu sein, was Großbritannien bestritt.

Grossbritannien will nun im Entführungsfall seiner 15 Marinesoldaten durch Iran die Uno einschalten. Die britischen Matrosen und Marinesoldaten waren am Freitag von dem iranischen Revolutionsgarden (Pasdaran) festgenommen worden.

Fünf dieser Revolutionsgarden (Pasdaran) wurden im Januar im Nord-Irak von US-Truppen festgenommen, weil sie irakische Terroristen unterstützt haben sollen. Die Pasdaran operieren unabhängig vom iranischen Präsidenten und unterstehen dem iranischen Revolutionsführer Chamenei, der zu den Hardcore-Hardlinern in Teheran gehört. Das britische Matrosen und Marinesoldaten als Geiseln genommen wurden, ist wahrscheinlich kein Zufall, denn bei einer Geiselnahme amerikanischer Soldaten wäre die Reaktion sicherlich eine ganz andere gewesen, oder ? Tony Blair redet jetzt davon, daß die britischen Soldaten gezielt entführt wurden.

Links zum Thema:
US troops ‚would have fought Iranian captors‘
In her own words: the female sailor held captive in Iran
Nervenprobe am iranischen Konsulat in Basra

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